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Die alte Herrschaftsvilla an der Leberngasse gehört zu meinen Lieblingsorten in der Stadt Olten: Unzählige Proben im Salon, Fangen spielen im grosszügigen Garten und mehr oder weniger konzentriertes Üben prägen meine Kindheitserinnerungen an die Musikschule. Hätte ich mich damals aber fürs Schlagzeug statt fürs Cello entschieden, wären meine Erinnerungen wohl eher vom Grau der Rötzmatt geprägt. Nebst der Agostini Drum School beherbergt diese seit 2016 auch Zimmer der allgemeinen Musikschule, die aus allen Nähten platzt. Ganz zu schweigen vom veralteten Proberaum, in dem die Jugendmusik übt. Der räumliche Notstand der Musikschule ist bereits seit Jahren bekannt, so verlangte schon 2009 ein Postulat die Prüfung einer «Musikschule unter einem Dach». Finanzielle Schwierigkeiten verhinderten damals weiterführende Planungen.

Umso schöner, zeichnet sich nun eine hervorragende Lösung ab: Mit der Übernahme des leerstehenden Kapuzinerklosters im Baurecht plant der Stadtrat eine Zusammenführung der jetzigen Standorte der Musikschule in die Klosterräumlichkeiten. Das Kloster ist dabei genügend gross, damit der ganze Instrumentenunterricht, Gruppenstunden sowie der Musikkindergarten ihren Platz finden.  Laut Regierung sind dafür nur minimale bauliche Massnahmen unter Berücksichtigung des historischen Bestands nötig. Dazu kommt die Klosterkirche, welche sich ideal als Konzertraum eignet. In enger Koordination mit der Musikschule wird diese aber auch künftig für geistliche Anlässe offen stehen. Dazu kommt die teilweise Öffnung des Klostergartens für die Öffentlichkeit, im Sommer vielleicht auch mit einem Gastroangebot . Das Parlament und später die Stimmbevölkerung haben nun die einmalige Chance, drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Für die städtische Musikschule, für ein Kloster für alle und für die Stadtentwicklung. Nehmen wir die Chance war.  

Lukas Lütolf

Gemeinderat, Präsident Junge Grüne SO